„Motivtorte ‚It´s a Boy‘ „

'It's a Boy'

‚It’s a Boy‘

Lang, lang ist es her, dass ich meine letzte Motivtorte gemacht habe. Irgendwie gab es den gesamten Winter über keinen wirklichen Anlass und ein wenig fehlte es auch an der Lust. Aber das durfte so natürlich nicht bleiben. Daher kam es mir gerade recht, dass mich die liebe Silke gebeten hat, eine kleine Torte für eine Baby-Belly-Party zu erstellen. Das war natürlich keine Frage und nachdem Motiv, Farben und Geschmack besprochen wurden, konnte es auch schon los gehen. 🙂

So eine Motivtorte erstellt man in der Regel nicht an einem Tag, daher nutze ich diese Torte, um euch einmal Schritt für Schritt an der Herstellung, bis zum finalen Törtchen teilhaben zu lassen.

Zunächst habe ich ca. 1 Woche vor der Fertigstellung der Torte mit den Vorbereitungen für die Deko begonnen. Dazu habe ich weißen Rollfondant mit Pastenfarben von Wilton in unterschiedlichen Blau-Tönen sowie in einem schönen zarten Haut-Ton eingefärbt. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass die Farben nach dem direkten Färben immer noch etwas nachdunkeln, so dass es gut ist, wenn der Fondant im Vorfeld gefärbt wird. Wenn ihr Fondant nicht selber färben mögt, dann gibt es in gut sortierten Tortenläden oder im Internet eine wirklich große Auswahl an fix und fertig gefärbtem Fondant. 🙂 Neben dem Färben habe ich mich auch schon mal an die Herstellung der Deko-Herzchen und der kleinen Baby-Accessoires gemacht. Diese dürfen vor dem Anbringen an die Torte durchaus etwas aushärten, dann ist das Anbringen später viel einfacher.

Ca. 2-3 Tage vor der Fertigstellung der Torte, könnt ihr dann mit dem eigentlichen Backen beginnen. Meine Torte besteht aus Biskuitteig gebacken in einer 18er Springform und einem kleinen Biskuitteig gebacken in einer kleinen runden Metallschüssel (ca. 12 cm Durchmesser).

Was ihr dazu braucht:

  •  5 Eier
  • 125g Zucker
  • 150g Weizenmehl
  • nach Belieben Lebensmittelfarben zum Färben

Und so gehts:

Zunächst müsst ihr die Eier mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer (Rührbesen) sehr schaumig aufschlagen und nach und nach den Zucker hinzugeben. Dieser sollte sich vollständig lösen und die Eiermasse muss sich wirklich deutlich im Volumen vergrößern. Es ist wichtig, dass ihr wirklich lang genug rührt, nämlich ca. 10 Minuten, denn nur so wird der Biskuit hinterher locker und luftig.

Wenn ihr den Teig einfärben möchtet dann wäre genau jetzt der richtige Moment. Gebt die Lebensmittelfarbe direkt in die Eiermasse und mixt bis sich die Farbe gleichmäßig verteilt.

Biskuit-Eiermasse -blau-

Biskuit-Eiermasse -blau-

(In meinem Fall habe ich von der Eiermasse zunächst eine kleine Portion für die Metallschüssel abgenommen -> diese sollte nicht gefärbt werden und die restliche Masse in einem schönen Blau eingefärbt)

Anschließend siebt ihr das Mehl in die Eiermasse und hebt es ganz vorsichtig unter (Wichtig: nur unterheben und auf keinen Fall den Mixer oder die Küchenmaschine nutzen, damit der Teig nicht in sich zusammenfällt).

Biskuit-Teig für den kleinen Baby-Popo

Biskuit-Teig für den kleinen Baby-Popo

(Wenn ihr den Teig wie ich vorher aufgeteilt habt, dann hebt ihr unter die Eiermasse für die Metallschüssel ca. 30g gesiebtes Weizenmehl und unter die andere Portion ca. 120g gesiebtes Weizenmehl)

Biskuit-Teig für die Torte

Biskuit-Teig für die Torte

Nun ist es Zeit den Backofen auf 200 Grad bei Ober-/ Unterhitze vorzuheizen (180 Grad bei Umluft) und die Backform gründlich einzufetten. Ich mache es hier wie immer und fette bei der Springform nur den Rand und bespanne den Boden der Form mit Backpapier.

Fülle nun den vorbereiteten Teig in die Form und backe den Biskuit für ca. 20-22 Minuten im vorgeheizten Ofen. Der Biskuit sollte weich und auf keinen Fall zu trocken gebacken sein. Daher empfiehlt es sich am Ende der Backzeit eine Stäbchenprobe zu machen. Der Kuchen ist gut, sobald kein Teig am Stäbchen haften bleibt.

Nach der Backzeit muss der Kuchen nur ganz kurz in der Form abkühlen, bevor ihr ihn vorsichtig aus der jeweiligen Form löst, auf ein Geschirrtuch stürzt und dort vollständig auskühlen lasst.

Wenn ihr den Teig wie ich erst am nächsten Tag mit einer Creme füllt, dann solltet ihr die vollständig ausgekühlten Böden sorgfältig in Frischhaltefolie wickeln und über Nacht im Kühlschrank aufbewahren.

 

Wenn ihr einen Kuchen wie ich mit einer Creme füllen und anschließend mit Fondant eindecken möchtet, müsst ihr beachten, dass die meisten Füllungen zuviel Flüssigkeit enthalten und somit nicht fondanttauglich sind. Das heißt, wenn die Creme mit dem Fondant in Berührung kommt, würde er sich auflösen. Daher ist es nötig die gefüllte Torte ‚abzudichten‘ und für den Fondant vorbereiten. Das mache ich meistens mit Ganache, also einer Creme aus Schokolade und Sahne (als Alternative könnt ihr auch eine Buttercreme zur Isolierung nutzen). Die Ganache muss bis zur Verwendung vollständig abkühlen, daher bereite ich sie in der Regel am Tag vor dem Tortenfüllen zu, meist am gleichen Tag, an dem ich auch meine Biskuitböden backe.

Was ihr dazu braucht:

  • 150ml Sahne
  • 300g Vollmilchschokolade

Und so gehts:

Die Herstellung der Ganache ist denkbar einfach. Ihr füllt die Sahne in einen Topf und lasst sie dort kurz aufkochen. Sobald sie kocht, nehmt ihr sie vom Herd und gebt die Schokolade (in kleinen Schokoladen-Stückchen) hinzu. Lasst die Schokolade in der heißen Sahne schmelzen und rührt die Masse mit einem Schneebesen solange, bis eine glatte Schoko-Sahne entstanden ist. Diese füllt ihr dann in eine Schüssel und lasst sie vollständig bei Zimmertemperatur auskühlen. Natürlich könnt ihr die Masse auch in den Kühlschrank stellen, dann ist es jedoch wichtig, dass ihr die Ganache rechtzeitig bevor ihr sie verwenden wollt aus dem Kühlschrank herausnehmt, da die Creme ansonsten zum einstreichen viel zu fest wäre.

 

Am nächsten Tag ist es dann Zeit für die Füllung der Torte. Für diese Torte habe ich mich mit Silke für eine Zitronen-Frischkäse-Creme entschieden. Diese Füllung ist sehr zitronig, cremig, frisch und fruchtig.

Was ihr dazu braucht:

  • 150g weiche Butter
  • 160g Frischkäse
  • 160g Lemon Curd (selbstgemacht oder wie in meinem Fall gekauft)
  • 15g feinen Puderzucker
  • Abrieb von 1 Bio-Zitrone

Und so gehts:

Wichtig für die Herstellung einer geschmeidigen Creme ist, dass alle Zutaten Zimmertemperatur haben. Anderenfalls würden sich die Zutaten nicht gut miteinander verbinden und die Creme würde grisselig werden.

Zunächst müsst ihr die weiche Butter in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer (Rührbesen) cremig rühren. Zu der cremigen Butter gebt ihr dann nach und nach den Frischkäse und vermengt beides zu einer cremigen Masse. Anschließend gebt ihr das Lemon Curd, Puderzucker und den Zitronenabrieb hinzu und vermengt alles zu einer glatten Creme. Fertig.

Nun sind alle Vorbereitungen abgeschlossen und ihr könnt mit dem Füllen der Torte beginnen.  Dazu nehmt ihr zunächst den Biskuit und schneidet diesen mit einem scharfen Messer gleichmäßig und eben 2x waagerecht durch. Legt den unteren Boden auf einen Papp-Tortenboden oder einen anderen glatten Untergrund (wie ein Cakeboard o.ä.) und stellt entweder einen Tortenring oder den Ring der Springform um den Boden. Gebt dann etwa die Hälfte der Zitronen-Frischkäse-Creme auf den Boden und streicht die Creme glatt. Nun legt ihr den mittleren Boden vorsichtig auf die Creme, drückt ihn leicht an und gebt die zweite Hälfte der Creme wiederum auf den Boden. Zum Schluss legt ihr den letzten Boden glatt oben auf und drückt auch diesen vorsichtig an.

Biskuit gefüllt mit Zitronen-Frischkäse-Creme

Biskuit gefüllt mit Zitronen-Frischkäse-Creme

Theoretisch könnt ihr jetzt direkt mit der Ganache weiter machen. Ich mache das aber i.d.R. nicht sofort, sondern stelle den gefüllten Kuchen für einige Stunden in den Kühlschrank. Ich finde, die Creme ist dann etwas fester und der Kuchen dadurch etwas stabiler.

Wenn ihr die Ganache bei Zimmertemperatur auskühlen lassen habt, dann ist die nun cremig und streichfähig und ihr könnt euch ran machen, die kleine Biskuit-Halbkugel und die gekühlte, gefüllte Biskuit-Torte mit der Vollmilch-Ganache einzustreichen. Dafür gebt ihr ausreichen Schoko-Ganache auf die Augenfällige und streicht diese am besten mit einer Streichpalette oder einem breiten, stumpfen Messer glatt. Je glatter die Oberfläche der Ganache ist, desto glatter wird am Ende auch das Ergebnis nach dem Eindecken mit Fondant. Bei der gefüllten Torte ist es wichtig zunächst den Rand ringsum mit Ganache einzustreichen und erst zum Schluss die Oberfläche. Gebt dafür reichlich Vollmilch-Ganache an den Rand und streicht die Masse ringsum, nach und nach glatt. So steht dann am oberen Rand etwas Schoko-Sahne über, die ihr dann zur Mitte der Oberfläche glatt ziehen könnt. Sobald alle Oberflächen schön gleichmäßig und glatt sind, seid ihr schon fertig mit der Vorbereitung der Torten und es bleibt der letzte Schritt zur fertigen Torte, nämlich das Eindecken mit Fondant.

Hierzu rollt ihr den einen, bzw. den gefärbten Fondant auf einer glatten Arbeitsfläche gleichmäßig aus. Hierzu nutze ich einen Kunststoff-Ausrollstab. Dieser ist länger als ein normales Nudelholz und sorgt dafür das der Fondant mit gleichmäßigem Druck und ohne Kanten ausgerollt werden kann. Damit der Fondant auf der Arbeitsfläche nicht haften bleibt solltet ihr zuvor auf die Arbeitsfläche etwas Palmin oder Bäckerstärke geben. Ich nutze grundsätzlich Palmen, weil es den Fondant schön weich macht und keine Farbbeeinträchtigungen für den Fondant bringen. Der Fondant muss gleichmäßig etwa 3-5mm dick ausgerollt werden und muss so großflächig sein, dass er 2x die Höhe (bei mir ca. 7cm = 2x7cm = 14cm) und 1x den Durchmesser (bei mir ca. 18 cm) abdeckt. Also muss der Fondant in etwa rund ausgerollt sein und an allen Stellen mindestens eine Breite von 32cm abdecken.

Dann löst ihr vorsichtig den ausgerollten Fondant von der Arbeitsfläche, legt dir Hälfte über den Ausrollstab oder euren Unterarm, schiebt die vorbereitete Torte mittig unter den Fondant und legt den Fondant vorsichtig, ohne reißen über die Torte. Anschließend müsst ihr den Fondant an den Rändern und nach mittels eines Fondantglätters glatt, so dass keine Luft auf der Torte und an den Rändern unter dem Fondant bleibt. Schlägt der Fondant an den Rändern Falten, dann zieht ihr ihn an diesen Stellen behutsam auseinander und streicht ihn dann glatt. Den überschüssigen Fondant am unteren Ende könnt ihr anschließend mit einem scharfen Messer oder einem Pizzaschneider abschneiden.

Torte eingedeckt mit Fondant

Torte eingedeckt mit Fondant

 

Torte eingedeckt mit Fondant -von oben-

Torte eingedeckt mit Fondant -von oben-

 

 

 

 

 

 

 

Auf die gleiche Weise geht ihr dann beim Eindecken des kleinen runden Biskuits zur Herstellung des Babypopos vor.

Und anschließend sind eurer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Es geht ans dekorieren. In meinem Fall habe ich als erstes den Baby-Popo auf die Torte gesetzt und mich daran gemacht die Beine und Füße des Babys´s aus hautfarbenem Fondant zu modellieren.

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Damit die Füße möglichst echt aussehen kommt es natürlich auf ein paar Details an. So ist es wichtig, dass ihr in die Füße ein paar kleine Fältchen einbringt und die Zehen gleichmäßig anbringt. Ich verbinde die Fondsanteile immer mit Hilfe von ganz wenig Wasser und einem Pinsel. Wer mag kann hier aber auch zu Zuckerkleber greifen, aber dazu fehlen mir die Erfahrungen. Ein wenig Wasser ist in der Regel ausreichend 🙂

Nachdem die Füße modelliert waren, habe ich Fondant für die Decke, mit der das Baby zugedeckt wird ausgerollt, in Form geschnitten und aufgelegt und für den unteren Tortenabschluss habe ich mittels einer ‚Zuckerpistole‘ eine blaue und eine Weiße Schnur hergestellt, beide zusammen zu einer Kordel grollt und mittels weniger Tropfen Wasser am Rand der Torte befestigt.

Zum schönen Schluss habe ich ringsum noch die vorbereitete Deko angebracht. Herzchen auf die Decke, einen Schriftzug auf die Sicht-Seite der Torte und ringsum kleine Baby-3D-Dekorationen und kleine blaue Sternchen.

'It`s a boy'

‚It`s a boy‘

'It`s a boy'

‚It`s a boy‘

'It`s a boy'

‚It`s a boy‘

 

 

 

 

 

 

 

Eine Torte bedeutet zwar etwas Aufwand, aber ich verspreche euch es lohnt sich. Man kann kreativ sein und es macht einfach Spaß zu sehen, wie das Ergebnis Formen annimmt 🙂 Probiert es einfach mal aus!

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2 Gedanken zu “„Motivtorte ‚It´s a Boy‘ „

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